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2000-Tonnen-Riesen wachsen im Wald

Windpark Kreuzstein bei Wickenrode: Eine Anlage befindet sich im Bau, sieben weitere folgen – Betriebsbereit im Oktober

HELSA. Eine staubige Angelegenheit wird die Fahrt zur Baustelle der Türme für die Windkrafträder, die zur Zeit im Kaufunger Wald in der Nähe von Helsa-Wickenrode in die Höhe wachsen. Mit Helm und Schutzweste an Bord führt der Weg im geländegängigen Fahrzeug vom Osteingang über eine drei Meter breite Buckelpiste direkt zum Schauplatz.

120 Meter hoch ist der Kran, der gerade dabei ist, zwei Monteure in einem LastenProbekorb zum 15. Betonring in etwa 40 Meter Höhe zu transportieren. Schwindelfreiheit und keine Höhenangst sind bei diesem Job wohl eine Grundvoraussetzung. Zentimeterweise bewegt sich dabei das tonnenschwere Ungetüm zur Seite. Die Fachkräfte werden im Inneren auf einer mitwachsenden Montageplattform abgesetzt. Von dort aus übernehmen sie die Montage des nächsten Ringes. So wächst der Turm langsam in die Höhe. Die Arbeitsplattform muss allerdings einige Male ausgetauscht werden, da sich der Turm nach oben hin stark verjüngt. Zwei Stahlröhren folgen dann noch, bis der Turm seine endgültige Höhe von 147 Metern erreicht hat. Sein Gesamtgewicht, einschließlich der drei Rotorblätter, dem Generator und der Rotornabe wird dann knapp über 2000 Tonnen liegen.

Schwerstarbeiter auf den insgesamt acht Baustellen die sich in unterschiedlichen Fertigungsstadien befinden, sind zweifellos die Kräne. 170 Meter Höhe erreicht der Kran, wenn zum Abschluss in 150 Metern Höhe noch präzise Arbeiten erledigt werden müssen. Der Kranführer verfolgt die Arbeiten dabei fast aus Bodenhöhe auf dem Monitor. Fünf bis sechs Tage dauert der Aufbau des Krans, der von ca. 50 Schwertransportern in Einzelteilen zur Baustelle gebracht wird.

Zur Zeit sind auf der Baustraße hauptsächlich Transporter unterwegs, die die Betonringe in Halbschalen für den Turmbau anliefern. Aber auch zahlreiche Betonmischer sind unterwegs. Das Fundament für den Turmbau verschlingt allein schon 800 Kubikmeter Beton. Das letzte Fundament der Gesamtanlage, die aus acht Windrädern besteht, wird gerade gegossen.

Am nächsten Schauplatz muss nur noch ein Rotorblatt montiert werden. Das Ungetüm hat eine Länge von 57 Metern und bringt stolze 28 Tonnen auf die Waage.

Bewacht werden die Baustellen rund um die Uhr. Kameras, Lichtfallen und Wachpersonal sorgen dafür, dass die wertvollen Bauteile keine anderen Abnehmer finden. Aber auch verirrte Spaziergänger oder Fahrradfahrer können so auf die Gefahren innerhalb der Baustelle hingewiesen werden. Der erste Probelauf eines fertigen Windrades soll laut Auskunft von Bauleiter Sebastian Schmidt bereits Ende Mai stattfinden. Nach nur einjähriger Gesamtbauzeit soll dann im Oktober die komplette Anlage betriebsbereit sein und die ersten Haushalte mit Strom versorgen.

HNA, 28.04.2017 vom Lutz Herzog