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Jetzt fließt der Strom nach Kassel

Hochmoderne Anlage am Sandershäuser Berg versorgt auch Niestetal und Kaufungen mit Windenergie

KASSEL / NIESTETAL / KAUFUNGEN. Das neue Umspannwerk am Sandershäuser Berg hat seinen Betrieb aufgenommen. Damit verfügt Kassel nun über eine komplett überarbeitete und hochmoderne Stromversorgung auf 380 beziehungsweise 110 Kilovolt- Basis (siehe Information und Hintergrund).

Zugleich werden seit März Kaufungen und Niestetal über das neue Umspannwerk mit Windstrom versorgt. Dieser Strom stammt aus den beiden Windrädern des Windparks Söhrewald/Niestetal, die direkt neben dem neuen Umspannwerk oben am Sandershäuser Berg stehen. Zuvor lieferten sie Strom für die EAMTochter Energienetz Mitte. „Jetzt werden wir die Anlagen übernehmen“, sagt Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke Netz & Service.

Die beiden Windkraftanlagen produzieren knapp 12,9 Gigawattstunden (12 900 000 Kilowattstunden) pro Jahr. „Bei einem zugrunde gelegten Verbrauch von 3000 Kilowattstunden pro Haushalt und Jahr können wir damit 4285 Haushalte in Niestetal und Kaufungen versorgen. Das bedeutet: „Mehr als ein Drittel des Verbrauchs der Haushalte wird durch diese beiden Anlagen gedeckt“, sagt Pijanka. Industrie und Gewerbe seien dabei allerdings nicht mit eingerechnet.

Falls die Windkraftanlagen mehr Strom erzeugten, als diese beiden Kommunen verbrauchten, werden sie ab Mai diese Mengen direkt in das Kasseler Netz speisen können (vorher ins vorgelagerte Übertragungsnetz). Sprich: „Diese Anlagen werden nicht – wegen unterstellt überlasteter Netze oder wegen angeblich überflüssigen Windstroms – abgeregelt“, sagt Pijanka. Keine Kilowattstunde ginge verloren, alles werde in der Region verbraucht.

13 Mio. Euro haben sich die Städtischen Werke Netz & Service das neue Umspannwerk kosten lassen. Sämtliche Altanlagen, die noch über 220-Kilovolt- Technik verfügen – wie das alte Umspannwerk an der Ysenburgstraße in Niestetal- Sandershausen – werden abgerissen.

HNA, 22.04.2017 von Boris Naumann