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Sonnenstrom für Pedelec-Akkus

E-Mobilität ohne Steckdose: Solar-Experten zeigen, wie man unabhängig vom Stromnetz sein Elektro-Fahrrad volltankt

KREIS KASSEL. Der Frühling kommt, die Radfahrsaison beginnt. Viele Freizeitradler und Berufspendler denken bereits über die Anschaffung eines EBikes oder Pedelecs nach. „EMobilität auf zwei Rädern macht Laune, ist schnell, gesund – und spart viel Energie“, sagt der Heino Kirchhof aus Lohfelden „Und wer noch mehr Energie sparen will, kann sich bei uns jetzt den Solarrebell ansehen“, fügt Harald Wersich an.

Der Solarrebell ist eine kleine Photovoltaikanlage, die das Aufladen von Pedelec- und EBike- Akkus vollkommen autark ohne Strom aus der Steckdose erledigt. „In Sachen Strom für Elekromobilität macht sich ein jeder Radler so komplett unabhängig“, Selbstverschwärmen Kirchhof und Wersich. Sie beide sind für die Deutsche Gesellschaft für Solarenergie (DGS) aktiv.

Die technischen Eckdaten der DGS-Eigenentwicklung sprechen für sich: der Solarrebell produziert rund 200 Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr. „Das genügt, um damit Energie für bis zu 20 000-Pedelec- Kilometer zu haben“, sagt Wersich. An Stromkostenersparnis mache dass rund 60 Euro im Jahr aus. Tatsächlich habe sich damit die PV-Anlage in zehn bis zwölf Jahren amortisiert.

Denn solch ein Solarrebell koste mit allem Drum und Dran (Solar-Panel, Wechselrichter, Kabel, fachgerechter Anschluss mitsamt Inbetriebnahme und Anmeldung) zwi- schen 600 und 700 Euro. „Und die Dimensionen sind mit 1,60 Meter Länge und 0,95 Meter Breite überschaubar“, sagt Kirchhof. Grundsätzlich ließe sich die Anlage schnell installieren. Er selbst habe inzwischen zwei davon auf seinem Garagendach in Lohfelden.

Betrieben werden kann diese PV-Kleinanlage als Insellösung – das heißt, sie steht für sich alleine ohne an das allgemeine Stromnetz angeschlossen zu sein. Oder sie wird an das Hausstromnetz angebunden, um auf diese Weise zu viel produzierten Strom einspeisen zu können.

„Der Zähler dreht sich dann langsamer, ein Teil des Hausstromverbrauchs lässt sich damit kompensieren“, sagt Kirchhof. „Bis zu zehn Prozent pro Jahr“. Für Kirchhof ist diese Form der Strom-Selbstverschwärmen sorgung eine weitere Weichenstellung in Sachen Energiewende. „Das ist ein erster Schritt, um sich auch von den großen Stromkonzernen unabhängig zu machen“.

Indem nämlich jeder einzelne selbst mehr für seine Stromversorgung sorge, werde den Konzernen schrittweise die Grundlage für die konventionelle und klimaschädliche Stromerzeugung auf Basis von fossilen Energieträgern entzogen. Kirchhof erkennt darin nicht nur einen Kerngedanken der Energiewende, sondern auch das Initial für eine Energierevolution – weg von einer zentralisierten, hin zu einer sozialisierten Stromversorgung ohne Konzerne.

„Wer sich unseren Solarrebell einmal ansehen möchte, kann dies gerne im Umwelthaus in Kassel machen“, laden Kirchhof und Wersich ein.

HNA, 01.04.2017 von Boris Naumann