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E-Autos für die Märchenstraße

Erste Ladestation in Bad Emstal eingeweiht – Acht weitere zwischen Hanau und Karlshafen geplant

KREIS KASSEL. Mit einem Pilotprojekt soll die Deutsche Märchenstraße von Hanau bis Bad Karlshafen für die Erkundung mit dem Elektroauto attraktiv gemacht werden. Dazu wird ein Netz aus neun Ladestationen gebaut: Die erste wurde am Montag in Bad Emstal freigegeben, als weitere Standorte stehen bereits Baunatal und Oberweser fest. Hinzu kommt ein Carsharing- Angebot, bei dem Elektrofahrzeuge ausgeliehen werden können. Gesamtkosten: rund 300 000 Euro. Als Förderer trägt das Land Hessen etwa die Hälfte des Betrags, der Rest entfällt auf die Projektpartner (siehe Hintergrund)

„Das ist nur die Initialzündung“, sagt Benjamin Schäfer, Geschäftsführer der Deutschen Märchenstraße. Bis Ende des Jahres sollen alle neun Ladestationen sowie drei Leihfahrzeuge bereitstehen. Ziel sei es, Tourismus und EMobilität zusammenzubringen, erklärt Schäfer. Und die gesamten Strecke von Hanau bis Bad Karlshafen für Elektroautos befahrbar zu machen, „ohne dass man zwischendurch mit leerem Akku liegen bleibt.“

Für die Ladestationen sorgt mit Plug’n Charge (deutsch: Einstecken und Aufladen) eine Firma aus Bad Emstal. Sie seien auch für Elektrofahrräder geeignet, sagt Geschäftsführer Dr. Christian Kahl. Die maximale Ladeleistung liege bei 22 Kilowatt.

Derzeit ist die Investition in Elektroautos vor allem eine Investition in die Zukunft. Laut der Stadt Kassel haben von den rund 146 000 gemeldeten Autos im Landkreis nur 151 einen Elektro- und 311 einen Hybridantrieb. Zum Vergleich: Im März 2016 gab es im Landkreis 121 Elektroautos. „E-Mobilität wird kommen, da führt kein Weg dran vorbei“, sagt Holger Schach vom Regionalmanagement Nordhessen. Das Netzwerk koordiniert das Projekt. Die Förderung und Umsetzung dieser Zukunftstechnologie sei ein Beispiel für die Innovationsfähigkeit der Region, so Schach.

HNA, 28.03.2017 von Clemens Herwig

Hintergrund: Förderung von Elektromobilität

Das Land Hessen bündelt bereits seit 2007 unter der Dachmarke „Strom bewegt“ sämtliche Aktivitäten zur Förderung von Elektromobilität in Hessen. Seit dem Jahr 2015 hat sich der Förderbetrag mehr als verdoppelt: 2015 wurden 1 Million Euro in Elektromobilität investiert, für das Jahr 2017 sind 2,3 Millionen Euro im Haushalt der Landesregierung vorgesehen. Für bestimmte Förderzwecke stehen weitere Mittel bereit. Partner des Projektes Elektromobilität entlang der Deutschen Märchenstraße sind der Verein Deutsche Märchenstraße, die Frankfurt University of Applied Sciences, das Regionalmanagement Nordhessen sowie Plug’n Charge und die EAM. (cig)