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Die Heizung ohne Qualm

In der Frühjahrsausstellung wird erstmals ein Brennstoffzellen-Heizgerät vorgestellt

KASSEL. Diese Heizung produziert Wärme, Strom und Warmwasser, aber kein Abgas. Bei der kalten Verbrennung von Wasserstoff und Sauerstoff entsteht lediglich reines Wasser als Abfallprodukt. Die Haustechnik-Firma Thiele zeigt erstmals in den Messehallen ein Brennstoffzellen- Heizgerät.

Dass man chemische Energie direkt in elektrische Energie umwandeln kann, wurde bereits 1838 entdeckt. Brennstoffzellen ermöglichten in den 1960-er Jahren die USamerikanische Raumfahrt. In den Apollo-Mondmissionen dienten die Zellen als zuverlässige Energielieferanten. Diese Technologie alltagstauglich zu machen, war freilich schwierig. Inzwischen gibt es erste, mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellenautos und neuerdings auch Heizanlagen.

Firmenchef Frank J. Thiele arbeitet mit Heizgeräten, die von der Firma Viessmann in Allendorf (Eder) in Zusammenarbeit mit Panasonic hergestellt werden. Obwohl die Zukunftstechnologie noch teuer ist, rechnet sie sich hervorragend, sagt Heizungsfachmann Thiele. Von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gebe es für die umweltfreundlichste Heiztechnik bis zu 14 000 Euro Förderung, und nicht selbst verbrauchter Strom könne gegen Bezahlung ins Netz eingespeist werden.

Rund 35 000 Euro kostet das kleine Heizkraftwerk, das Thiele in den Kasseler Messehallen vorstellt. Einbau, Mehrwertsteuer, zehn Jahre Garantie, zehn Jahre jährliche Wartung und die Entsorgung der alten Heizanlage sind im Preis mit drin. Die Anlage könne ein Ein- oder Zweifamilienhaus bis etwa 220 Quadratmeter Wohnfläche mit Strom und Wärme versorgen, die bei der Umwandlung von chemischer in elektrische Energie entsteht. Nur wenn es mal mit Temperaturen unter minus zehn Grad Celsius extrem kalt werden sollte, greift der im Hybrid-Gerät mit eingebaute Gas-Brennwertkessel ein und erhöht die Heizleistung.

Ein Gasanschluss ist für das Brennstoffzellen-Heizgerät nötig, weil auch der Wasserstoff für die Brennstoffzellen durch Reformierung aus Erdgas erzeugt wird. Diese Technologie sei im Hinblick auf immer strengere Umweltschutz- Regeln und steigende Strompreise angesagt und werde sich künftig rasch durchsetzen, ist Thiele überzeugt.

HNA, vom 08.03.2017, von Jörg Steinbach