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750 000 Euro für Windpark Stiftswald

Energiegenossenschaft investiert mehr Geld als ursprünglich geplant in Rotoren der Werke

KAUFUNGEN / KASSEL. Die Energiegenossenschaft Kaufunger Wald beteiligt sich mit mindestens 750 000 Euro an dem von den Stadtischen Werken Kassel errichteten Windpark Stiftswald zwischen Helsa und Kaufungen. Das sieht der jetzt vorgelegte Wirtschaftsplan der Energiegenossenschaft für 2017 vor. Die Genossen stocken damit ihre Investition deutlich auf. Ursprünglich hatten sie geplant, sich mit 500 000 Euro an den neun Anlagen zu beteiligen.

Die gut 200 Meter hohen Rotoren, die in den vergangenen Monaten am Belgerkopf und am Michelskopf errichtet wurden, laufen derzeit noch im Probebetrieb. Die von ihnen erzeugte Energie wird direkt in das Kasseler Stromnetz eingespeist. Auch der Strom der fünf Anlagen der Werke in der Söhre fließt in das städtische Netz. Möglich wird die höhere Investition nach Angaben der Genossenschaft, weil zuletzt zahlreiche neue Mitglieder gewonnen werden konnten. Außerdem hätten Altmitglieder weitere Anteile erworben. „Wir gehen davon aus, dass sich der Zulauf in den kommenden Monaten fortsetzt und das angepeilte Ziel problemlos erreicht werden kann“, heißt es in einer Erklärung.

FOTOVOLTAIKANLAGEN
Neben dem Engagement für die Windkraft erwägt die Genossenschaft auch, in neue Fotovoltaikanlagen auf Mehrfamilienhäusern zu investieren. Ziel sei es, die Bewohner mit „günstigem Sonnenstrom“ zu versorgen. Die Genossenschaft betreibt bereits eigene Fotovoltaikanlagen auf dem Bürgerhaus in Oberkaufungen und dem Kindergarten im Ortsteil Papierfabrik.

GEMEINDEWERK KAUFUNGEN
Diskutiert wird gegenwärtig auch über den Einstieg der Energiegenossenschaft bei dem neuen Gemeindewerk Kaufungen. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen der Gemeinde und der Städtischen Werke Kassel. Letztere betreiben ab 2017 über ihre Tochter Städtische Werke Netz+Service GmbH das Stromversorgungsnetz in der 12 800-Einwohner-Gemeinde. Bislang war dafür die EAM-Tochter Energie-Netz Mitte zuständig. Durch einen Einstieg beim Gemeindewerk Kaufungen, so das Kalkül, würden die Energiegenossen Einfluss auf den Ausbau und den Betrieb des Stromnetzes erhalten. Eine Entscheidung, so die Genossenschaft, sei aber noch nicht gefallen.
Info: www.energiegenossenschaft-kaufungen.de

HNA, vom 28.11.2016, von Peter Ketteritzsch