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Glätte verhindert Transport

Turmteile für Windpark Kreuzstein kommen im Dezember – Arbeiten am Fundament

NIESTE. Aus der Luft sieht der Kaufunger Wald oberhalb der Niester Königsalm aus wie ein schweizer Käse. Hier entsteht derzeit der Windpark Kreuzstein. Die acht Fußballfeld großen Löcher im Wald markieren die Flächen, wo einmal Windkrafträder der Firma Enercon mit Sitz in Aurich (Ostfriesland) stehen werden. „Die ersten Turmteile werden in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember aus unserem Betonturmwerk in Magdeburg auf der Königsalm erwartet“, teilt Enercon-Sprecher Felix Rehwald auf HNA-Anfrage mit.

Einen planmäßigen Baufortschritt vorausgesetzt, werde die Anlagenmontage (Maschinenhaus, Generator, Rotoren) ab Mitte März nächsten Jahres erfolgen. An zwei der Windrad-Standorten sind die Baggerarbeiten bereits abgeschlossen.

Pilzförmiges Stahlgestell

Dort wird derzeit das Fundament gelegt. Dazu wird ein pilzförmiges Stahlgestell geflochten. Sind diese fertig, erklärt Städtische-Werke- Kassel- Sprecher Ingo Pijanka, werden sie um die Weihnachtszeit herum mit Beton ausgegossen. Laut Hersteller Enercon sollen bis Jahresende vier Fundamente fertig sein.

Der Hersteller der Windräder lässt die Teile anliefern. Laut Rehwald spielt hierbei die in der Nähe der Windkraftflächen eingerichtete Logistikfläche eine wesentliche Rolle.

Sie dient als Zwischenlager für die Turmteile und hat den Vorteil, dass der Baufortschritt im Windpark nicht unterbrochen werden muss. „Die Transporte ab Werk zur Logistikfläche können unabhängig vom Fortschritt auf der Baustelle stattfinden“ – und auf der Fläche selbst bildet sich nach und nach ein Materiallager, an dem sich die Aufbauteams für den Bau der Anlagen bedienen können. Daher sei es auch nicht schlimm, wenn sich mal ein Transport verzögert.

Komplizierter Transport

Das kann unterschiedliche Gründe haben: Anders als in Niedersachsen, wo es zum Transportbegleiter ausgebildete Hilfspolizisten gibt, sei man in den restlichen Bundesländern darauf angewiesen, dass die Polizei Begleitkapazitäten für die Strecken außerhalb der Autobahn hat. Daneben spielt auch das Wetter eine Rolle. Bei Glätte durch Eis und Schnee finde kein Transport statt, sagt Ingo Pijanka. In der Vergangenheit sei es auch schon mal vorgekommen, dass ein Transporter über Nacht auf einem Autobahnparkplatz einen Zwischenstopp machen musste. Für die Arbeiten im Wald hingegen sei Frost gut, weil es weniger matschig ist, sagt der Werke- Sprecher. Dass die Schwertransporte, die immer mit erheblichem logistischen Aufwand verbunden sind, mitten im Winter stattfinden, liegt an der Genehmigung für die Waldarbeiten. Sie sei erst im Oktober eingetroffen.

HNA, vom 25.11.2016, von Anna Lischper