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Frühere Gebäude des Güterbahnhofs sind abgebrochen

Platz für den Neubau des Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik

KASSEL. Große Sandberge sind hinter dem Hauptbahnhof aufgeschüttet. Dass dort einmal Waren umgeschlagen wurden, ist nicht mehr zu sehen. Vom Güterbahnhof ist nichts mehr übrig. Die Stadt Kassel hat die Gebäude an der Nordseite des Hauptbahnhofs abbrechen lassen.

Damit ist die erste Etappe für den Neubau des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) geschafft. Anfang Dezember beginne die Stadt Kassel mit dem Bau von Straßen, um das 60 000 Quadratmeter große Gelände zu erschließen, berichtet Anne Kirschbaum vom Stadtplanungsamt.

Dort, wo einmal Straßen entstehen sollen, laufen derzeit Kanalbauarbeiten des städtischen Eigenbetriebs Kassel-Wasser. Insgesamt lässt sich die Stadt Kassel die Erschließung des Geländes neun Millionen Euro kosten.

Die Investitionen, die dann ab 2016 folgen, liegen um einiges höher. Sobald alle Straßen und Versorgungsleitungen liegen, soll die Hälfte des Areals an die Fraunhofer-Gesellschaft verkauft werden – 30 000 Quadratmeter entsprechen etwa der Fläche von vier Fußballfeldern.

Was auf dem Gelände dann genau entsteht, will die Fraunhofer-Gesellschaft demnächst entscheiden. Bei einem Architektenwettbewerb war das Kasseler Büro Hegger Hegger Schleiff (HSS) zusammen mit den Ingenhoven Architekten aus Düsseldorf auf dem ersten Platz gelandet.

Erster Bauabschnitt ab 2016

Baubeginn für den ersten, rund 60 Millionen Euro teuren Bauabschnitt soll Anfang 2016 sein. 2018 soll der erste Abschnitt mit 7900 Quadratmetern Büros, Forschungslaboren und Versuchshallen fertig sein und 320 Mitarbeitern Platz bieten. Nach der späteren Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts soll die Zahl der Arbeitsplätze auf 550 steigen.

Mit unter das neue Dach an der Nordseite des Kulturbahnhofs kommt dann auch das Kasseler Fraunhofer-Institut für Bauphysik. In dem Neubau sollen dann 550 Beschäftigte arbeiten. Aktuell hat das IWES 350 Mitarbeiter, die auf mehrere Standorte in der ganzen Stadt verteilt sind.

Weitere Ansiedlungen

Die Stadt hofft, dass sich auf den verbleibenden 28 000 Quadratmetern, die nach dem Verkauf an Fraunhofer bleiben, weitere Institute und Firmen ansiedeln, die sich mit regenerativen Energien beschäftigen. Weiterer Bestandteil könne die Ansiedlung eines europäischen Labors zur Entwicklung intelligenter Stromnetze sein. (clm/bal/ach)

HNA, 31.10.2014