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Melsungen ist e-mobil:

KVG und Stadt eröffnen erste Station für E-Pkw

Melsungen, 1. August 2014. Elektrisch mobil sein in der Stadt Melsungen: Das ist seit dem heutigen 1. August möglich. Am Dienstleistungszentrum in der Sandstraße und damit am Hauptsitz der städtischen Mitarbeiter eröffnete der erste E-Mobilpunkt der KVG in der Bartenwetzerstadt. Damit stehen den Mitarbeitern der Stadt während ihrer Dienstzeiten ein E-Pkw als Carsharingfahrzeug und eine Ladesäule zur Verfügung. Außerhalb dieser Zeiten kann das Auto zum Beispiel auch von Touristen oder Einwohnern gemietet werden. Der Nutzer braucht dazu nicht zwingend selbst Kunde der mit der KVG kooperierenden Carsharinganbieter einfach-mobil oder Flinkster zu sein. Stattdessen kann das E-Mobil auch über den Kultur- und Tourist-Informations e.V. gebucht werden. So steht umweltfreundliche, individuelle und attraktive Mobilität allen offen und kostet durch das Carsharingsprinzip für den Einzelnen weniger.

"Elektromobilität ist ebenso innovativ wie Carsharing. Insofern passt die E-Mobilstation hervorragend zu der Stadt Melsungen als traditionell innovativer Wirtschaftsstandort. Zudem möchten wir als moderne Stadtverwaltung mit gutem Beispiel voran gehen", erklärte Melsungens Bürgermeister Markus Boucsein bei der offiziellen Eröffnung des E-Mobilpunktes vor Journalisten und geladenen Gästen. "Mit dem Carsharingprinzip beschreiten wir neue Wege in unserem Fahrzeugmanagement, denn unsere Mitarbeiter sind so zusätzlich mobil, ohne dass wir einen weiteren Pkw anschaffen müssen. Der E-Mobilpunkt vereint also für uns gleich mehrere sehr positive Eigenschaften: Umweltfreundlichkeit, Förderung eines innovativen Konzepts und modernes Fuhrparkmanagement einer Stadtverwaltung. Hinzu kommt, dass gerade im ländlichen Raum viele Menschen auf den Pkw angewiesen sind. Mit dem öffentlichen Nahverkehr sind viele, aber nicht alle Ziele erreichbar. Carsharingfahrzeuge können hier eine Alternative zum eigenen Pkw bieten und umweltfreundliche Carsharingfahrzeuge sind die noch bessere Alternative."  

Mit Melsungen hat die KVG bereits ihren fünften E-Mobilpunkt eröffnet. Premiere war in Kassel im Oktober 2013 im Hotel Gude, gefolgt vom Schlosshotel am Bergpark, dem Hotel Schweizer Hof an der Wilhelmshöher Allee und dem Unternehmensstandort der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV) am Königstor 13. Der E-Mobilpunkt in Melsungen hat dennoch Premierencharakter: Er ist der erste in der nordhessischen Region.

"Touristische Unternehmen in Kassel haben bei den E-Mobilpunkten die Vorreiterschaft übernommen und sie werden auch im Zukunft eine herausragende Rolle spielen", sagte Dr. Thorsten Ebert, Vorstand der KVG AG und der Städtische Werke AG. Schließlich ziele das Projekt FREE (Freizeit- und Eventverkehre mit intermodal buchbaren Elektrofahrzeugen), in dessen Rahmen die E-Mobilpunkte der KVG mitfinanziert werden, vorrangig auf touristische und Eventverkehre. Ziel des Projektes FREE, das im Sommer 2012 unter Federführung des Regionalmanagements Nordhessen gestartet war, sei es, durch die enge Verknüpfung  ("Intermodalität") umweltfreundlicher Verkehrsmittel Bus und Bahn, E-Pkw und Pedelc die Chance zu eröffnen, auch ohne eigenen Pkw an sein Reiseziel zu gelangen und auch vor Ort ganz flexibel und unkompliziert mobil zu sein, sagte Dr. Ebert weiter.

Ohne eigenes Fahrzeug umweltfreundlich mobil: Dieses Grundprinzip lasse sich aber auch auf andere Branchen übertragen. "Viele Mitarbeiter von Unternehmen und Verwaltungen müssen dienstlich häufig unterwegs sein. Diese Fahrzeuge werden meist nur wenige Stunden am Tag genutzt, kosten aber rund um die Uhr. Carsharingfahrzeuge am Unternehmensstandort  oder ganz in der Nähe erfüllen beide Anforderungen, die Mitarbeiter sind flexibel mobil und die Zahl der notwendigen Dienstwagen lässt sich senken."

"Die Mobilität der Zukunft wird elektrisch sein", so Holger Schach, Geschäftsführer der Regionalmanagement Nordhessen GmbH. "Viele Fragen sind offen, die komplexen Abläufe in der Anwendung müssen noch erforscht werden. Unsere Region Nordhessen ist hierfür bestens geeignet. Sie verfügt über Hersteller, Zulieferer, Verkehrsunternehmen und Energieversorger, die im Bereich der Antriebstechnologien und der Leistungselektronik sowie dem Aufbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur gemeinsame Lösungen finden können. Hier profitieren wir von unseren gut funktionierenden Netzwerken in den Branchen Mobilität, Erneuerbaren Energien und Tourismus", sagte Schach weiter. "Exemplarisch für diese Zusammenarbeit steht das Projekt FREE: Energieversorger kümmern sich um einheitliche Ladesäulen, Hotels und Touristiker um die touristische Vermarktung und Anwendung, Forschungseinrichtungen werten das Nutzerverhalten aus und arbeiten an der Weiterentwicklung der Technik. So wollen wir zeigen, dass Elektromobilität funktioniert und machen sie vor allem sichtbar. Denn unsere Region wird mehr als andere Regionen wirtschaftlich profitieren, wenn sich diese klimaneutrale Form der Fortbewegung durchsetzt".


Zum Hintergrund:

Im Rahmen des Projektes FREE integriert die KVG  gemeinsam mit ihrem Schwesterunternehmen Städtische Werke, dem Regionalmanagement Nordhessen GmbH, der Universität Kassel und weiteren nordhessischen Partnern elektrogetriebene Verkehrsmittel in ein umweltfreundliches und nachhaltiges Verkehrskonzept. Die Basis dieser umweltfreundlichen Mobilität ist der öffentliche Nahverkehr, denn zum Beispiel mit der KVG sind jährlich rund 44,8 Millionen unterwegs. Die Bahnen der KVG fahren klimaneutral mit Naturstrom aus Wasserkraft, die Busse emittieren durch hohe Umweltstandards vergleichsweise sehr wenige Schadstoffe und die verbleibenden werden CO2-neutral kompensiert. Individuell buchbare Elektrofahrzeuge können den öffentlichen Nahverkehr flexibel und zugleich umweltfreundlich ergänzen. In diesem Zusammenhang testet die KVG darüber hinaus seit Sommer 2012 einen Elektrobus im Linienverkehr und ein elektrisches Montagefahrzeug für den Service im Streckennetz der KVG.

Das Projekt FREE ist Teil der Allianz Elektromobilität und wird im Rahmen des Programms Modellregion Elektromobilität Rhein-Main mit Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr und digital Infrastruktur gefördert. Die Programmkoordination verantwortet die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie GmbH (NOW).



Mehr über  die KVG im Internet unter: www.kvg.de