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Viessmann baut für 50 Mio.

Größte Investition der Firmengeschichte: Heiztechnik-Hersteller baut ein Technikum

ALLENDORF-EDER. Das Heiztechnik-Unternehmen Viessmann baut für 50 Millionen Euro ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum in Allendorf-Eder. Das Vorhaben am Stammsitz im Kreis Waldeck-Frankenberg ist die größte Einzel-Investition in der Firmengeschichte. Sie soll aus dem Cash flow, den flüssigen Mitteln, finanziert werden.

Der neue Technikum-Komplex soll im Werk entstehen und sämtliche Entwicklungs- und Innovationsaktivitäten des Unternehmens bündeln. Die neue Einrichtung sei damit ein zentrales Bindeglied zwischen Forschung und Entwicklung, dem Produkt- sowie dem Qualitätsmanagement und der Serienfertigung, sagte ein Unternehmenssprecher.

„Durch diesen innovativen Neubau wird die kontinuierliche Verbesserung nicht nur der Entwicklungsprozesse, sondern auch der Produktqualität und -effizienz sichergestellt“, sagte Viessmann-Verwaltungsratsmitglied Klaus-Peter Kegel. In einem Teilbereich sollen begleitend zur Entwicklung Systeme und Komponenten vom Prototypen bis zur Serienreife getestet werden. Dafür werden über 100 Entwicklungsprüfplätze sowie mehr als 200 Lebensdauerprüfstände entstehen.

Martin Viessmann, geschäftsführender Gesellschafter der Gruppe, sieht das Projekt als große Investition in die Zukunft und als „ein deutliches Bekenntnis zum Standort, zur Sicherung der Arbeitsplätze in Allendorf.“ Bei der Vergabe der Bauaufträge hätten heimische Firmen Vorrang. Das Technikum soll 2017 fertig sein. Vorbereitende Arbeiten sind bereits angelaufen. Mit dem Technikum würden neue Arbeitsplätze entstehen, sagte ein Unternehmenssprecher. Über die Anzahl lasse sich derzeit aber noch nichts sagen: „Das hängt auch von der Konjunktur ab.“

Den Löwenanteil des Viessmann-Umsatzes von zuletzt 2,1 Milliarden Euro macht die Heiztechnik aus. Daneben baut das Familienunternehmen die Sparte erneuerbare Energien aus. Das Geschäft mit Biogasanlagen, Blockheizkraftwerken oder Pellet-Heizkesseln steuert derzeit 30 Prozent zum Umsatz bei. Auch sind die Nordhessen auf dem Weg, ein Komplettanbieter für Kältetechnik zu werden – im vergangenen Jahr übernahmen sie die finnische Norpe Group, einen Spezialisten für Kältelösungen für den Lebensmittel-Handel. (off/wll)

Viessmann in Zahlen

Gruppenumsatz: 2,1 Milliarden Euro 2013. Der Umsatz stieg im Inland um knapp neun, im Ausland um gut zehn Prozent. Das Auslandsgeschäft trägt 55 Prozent zum Umsatz bei. Zum Ertrag macht das Familienunternehmen keine Angaben. Beschäftigte: 11 400 weltweit, davon 4200 in Allendorf-Eder. Standorte: 27 Produktionsgesellschaften in elf Ländern. Vertriebsgesellschaften und Vertretungen in 74 Ländern. Investitionen: 100 Mio. Euro flossen 2013 in Sachanlagen.

HNA, 11.07.2014